MAZ vom 09.11.2010 - Spürnasen im Einsatz

Geschrieben von Natursportpark. Veröffentlicht in Waldhaus

Natur Familienfest zum Hubertustag in Blankenfelde

Beim Hubertustag am Sonntag im Natursportpark Blankenfelde zeigten Vierbeiner als treueste Helfer der Jäger, was sie können.

Der kleinste und jüngste Teilnehmer am diesjährigen Hubertustag in Blankenfelde war ein Frettchen. Der schlanke und wieselige Romulus, vier Monate als, ist noch in der Ausbildung bei der Tierärztin Silke Böttcher aus Groß Leuthen bei Trebbin und muss erst noch handzahm werden. Vor allem soll er sich das Beißen von „Frauchen“ abgewöhnen. Später wird er dann mit seinem Bruder Remus als Jagdhelfer in Aktion treten. Sie jagen dann vor allem Kaninchen aus ihren Behausungen. Dazu müssen die Tiere mit innerem Jagdtrieb, die für das Frettieren nur mit Bundesjagdschein eingesetzt werden dürfen, gut trainiert sein.

Doch die Veranstaltung am Sonntag im Natursportpark Blankenfelde – organisiert vom Kreisjagdverband, von Landschaftspflegern des Hegerings Jühnsdorfer Heide und vom Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg – stand diesmal ganz im Zeichen der Arbeit von Jagdhunden. Ob Vorsteh- oder Apportierhunde, Terrier oder Bracken, Stöber- oder Schweißhunde – nur selten fand man in freier Natur so viele Rassen versammelt wie an diesem Nachmittag. Als treueste Helfer der Jäger zeigten die ausgebildeten Vierbeiner, was sie alles so können – suchen, finden, apportieren.

Ihre Bevorzugten Spüraufgaben gelten Fährten von Wild. Dafür erhielten beispielsweise die Retriever Yoyo und Gustav von Arbeitsrichterin Kerstin Räuwer aus Kleinbeeren, die sonst am Selchower See und anderswo nach Enten und Gänsen jagen, wiederholt Beifall von den Besuchern. Auch die zehnjährige Bracke Inka des Schweißhundeführers Oliver Schuppert vom Berliner Forsten oder der Hannoversche Schweißhund Grille zogen Jung und Alt in ihren Bann. Sonst spüren sie mit „hervorragender Nasenleistung“ – so die Hundehalter- oft über viele Stunden nach Verkehrsunfällen die verletzten Tieren irgendwo im Wald auf.

Anziehungspunkt für die Kleinen waren besonders die Waldhütte mit ihrem begehbaren Fuchsbau und das Lernmobil „Lernort Natur“ vom Landesjagdverband. Ebenso das Waldhaus Blankenfelde, das vor 15 Jahren vom Landschaftspflegeverein als Beitrag zur Umweltbildung ins Leben gerufen wurde und jährlich bis zu 10 000 Besucher zählt. Beim Kienapfelzielwurf – hier erfreute sich insbesondere die kleine Lisa Pochstein aus Adlershof über ihren Treffer – und andere Aktivitäten fanden die Mädchen und Jungen hautnah mit allen Sinnen ein schönes Naturerlebnis. Dabei konnten sich die jüngsten Besucher getreu dem Motto „beobachten und mitmachen“ in die Hege und Pflege des Waldes einmischen.

Wie zur Eröffnung erklang auch zum Abschluss des sehr gut besuchten Familienfestes ein Jagdhorn. Danach trafen sich Jäger, Landschaftspfleger und Freunde der Natur am Lagerfeier. Bei Wildbratwurst und Glühwein tauschte man noch so manche Jagdgeschichte oder andere Erlebnisse in der Natur aus. Revierförster Stephan Parsiegla, Vorsitzender des Landschaftspflegevereins, sagt der MAZ: „Es war ein erlebnisreicher Tag. Wir konnten den Besuchern einen breiten Einblick in unsere Tätigkeit geben, die der Natur und Umwelt dient.“